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Auswirkungen der Ernährung auf unser Immunsystem

In dieser schwierigen Zeit des Corona-Virus‘ fragen wir uns alle, wie wir uns und unsere Mitmenschen vor dem Virus schützen können. Zwar gibt es kein Lebensmittel, kein Superfood und keine Ernährungsform, die eine Infektion mit COVID-19 verhindern oder ungefährlich machen kann, jedoch ist es nun besonders wichtig ein intaktes und starkes Immunsystem zu bewahren, um einer möglichen Infektion mit guten Voraussetzungen begegnen zu können. So können wir unter Umständen verhindern, dass wir bei Kontakt mit dem Virus bereits in einem geschwächten Zustand sind, welches den Krankheitsverlauf möglicherweise verschlimmern würde.


Im Folgenden werden wir wie immer fachlich fundiert aber verständlich erläutern, wie sich unsere Ernährung auf unser Immunsystem auswirken.

Ernährung beeinflusst verschiedene Teile des Immunsystems

In einer spannenden Interventionsstudie zeigten Forscher, wie sich der Verzehr von Gemüse auf unser Immunsystem auswirkt. In den ersten zwei Wochen durften die Probanden kaum Obst und Gemüse essen. Daraufhin sank der Gehalt des Imunsystem-Botenstoffs Interleukin-2 im Blut der Probanden um über 50 %. Im Folgenden erhielten die Probanden zwei Wochen lang täglich ein großes Glas Tomatensaft. Das alleine hob die Interleukin-2 Konzentration wieder auf ein gesundes Level. [1] Man sah aber auch, dass nicht alle Gemüsearten gleich gut auf diesen Faktor wirken. Karotten und Spinat hatten einen deutlich schwächeren Effekt. Sie bringen jedoch andere Vorteile mit sich und so ist es wichtig, den Grundsatz gesunder Ernährung zu beachten und nicht nur viel, sondern auch eine Vielfalt and Obst und Gemüse zu essen.


Doch was ist eigentlich dieses Interleukin-2 und was sagt es uns? InterInterleukin-2 kann als ein Maß für die Aktivität des Immunsystems gesehen werden, da es beispielsweise die Produktion von Abwehrzellen reguliert.
Hierzu gehören zum einen B- und T-Lymphozyten, die Teil der sogenannten adaptiven Immunantwort sind. Dieser Teil des Immunsystems ist für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig, mit denen der Körper bereits in der Vergangenheit Kontakt hatte. Informationen über die bekannten Krankheitserreger werden im Körper gespeichert und ermöglichen bei erneutem Kontakt eine schnelle, effektive Abwehr.
Zum anderen reguliert Interleukin-2 auch die Aktivität und Vervielfältigung von Natürlichen Killerzellen (Die heißen wirklich so. Ist Biologie nicht toll?!), welche Teil der angeborenen Immunantwort sind und beispielsweise Virus-infizierte Körperzellen erkennen können und diese dann zerstören, um eine Verbreitung des Virus‘ im Körper zu erschweren.

Gemüse der Kreuzblütler-Familie sind besonders wichtig

Der Familie der Kreuzblütler-Gewächse (Kohlgemüse wie Rotkohl und Brokkoli, Rettiche, Senfgewächse wie Rucola) kommt womöglich eine besondere Bedeutung zu. Die größte Angriffsfläche unseres Körpers für Krankheitserreger ist nicht unsere Haut, unsere Atemwege oder unser Mund, sondern unser Darm. Dieser besitzt eine beeindruckende Oberfläche von etwa 500 qm, um Nährstoffe gut absorbieren zu können. Allerdings bietet dies natürlich auch viel Angriffsfläche für Krankheitserreger. Dazu kommt, dass nur eine einzelne mikroskopisch dünne Zellschicht die Trennung von Nahrungsbrei zu Körperinnerem bildet. (Im Vergleich, unsere Außenhaut, besteht aus vielen, teils verhornten Zellschichten besteht.) Es ist also besonders wichtig, dass die Zellschicht im Darminneren intakt ist und keine „Löcher“ aufweist, über die Krankheitserreger ins Körperinnere eindringen können.


Hier kommen Kreuzblütler ins Spiel. Sie enthalten sogenannte AhR-Liganden. Damit sind Substanzen gemeint, die an Ah-Rezeptoren binden (Ah = Aryl-Hydrocarbon). Die Aktivierung dieser Rezeptoren durch AhR-Liganden setzt eine biochemische Kaskade ins Spiel, die die Aufrechterhaltung der inneren Darm-Zellwand fördert und so das Eindringen von Krankheitserregern verhindert und Entzündungsprozesse im Körper reduziert. Eine Ernährung arm an Kreuzblütlern und somit arm an ArH-Liganden macht uns also vermutlich verwundbarer gegenüber Krankheitserregern, die über die Nahrung in unseren Körper gelangen. [2]
Natürlich haben Kreuzblütler, wie auch alle anderen Gemüse- und Obstarten, weit mehr als nur eine positive Wirkung auf den Körper. Sie wirken sich an zahllosen Stellen oft mit einer großen Anzahl an sekundären Pflanzenstoffen positiv auf unsere Gesundheit aus.

Weniger Atemwegserkrankungen bei hohem Verzehr von Obst und Gemüse

Bereits vor knapp 40 Jahren konnte man zeigen, dass ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse mit weniger Atemwegserkrankungen einhergeht. [3] Auch eine neuere Studie an Schwangeren hat gezeigt, dass Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen ein reduziertes Risiko für Atemwegserkrankungen haben. [4] (Wie bereits eingangs erklärt, soll dies bitte nicht so verstanden werden, dass wir uns bei gesunder Ernährung keine Sorgen um eine Infektion mit dem Corona-Virus machen müssen. Es geht hierbei mehr darum, eine gute Gesamtkonstitution zu wahren, damit der Körper möglichst gut mit Erkrankungen allgemein umgehen kann.)

Auch Verbesserungen bei älteren Menschen

Eine weitere spannende Studie untersuchte die Reaktion des Immunsystems von Probanden über 65 Jahren auf eine Impfung. Dies ist interessant, weil eine Impfung in gewisser Weise eine Infektion mit einem Krankheitserreger simuliert und man Hinweise ableiten kann, wie gut das Immunsystem auf Krankheitserreger reagiert. Bei einer Impfung wird dem Patienten häufig ein inaktivierter, ungefährlicher Teil eines Krankheitserregers verabreicht. Das Immunsystem erkennt, dass es sich um ein körperfremdes Objekt handelt, aber nicht, dass es ungefährlich ist und greift es deshalb an. Dieser erste Angriff dauert länger, aber dann merkt sich das Immunsystem wie es den Erreger am besten eliminieren kann. Wenn später dann der echte Keim mit schädlicher Wirkung in den Körper eindringt, kann das Immunsystem aufgrund der Erfahrung schnell den Krankheitserreger unschädlich machen bevor starke gesundheitliche Folgen eintreten.


In der Studie hat man nun untersucht, wie gut das Immunsystem der Probanden den vermeintlichen Angriff durch die Impfung abwehren und ob ein höherer Verzehr von Obst und Gemüse dies verbessern kann. Dafür wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine verzehrte maximal zwei Portionen Obst und Gemüse pro Tag, die andere war angewiesen fünf Portionen zu verzehren. In der Gruppe mit erhöhtem Obst- und Gemüseverzehr sah man eine bessere Immunantwort auf Pneumokokken-Impfungen, welches vermuten lässt, dass der Körper möglicherweise insgesamt besser auf Krankheitserreger reagieren kann. Bei einer Tetanus-Impfung war der Unterschied jedoch nicht statistisch signifikant. [5]

Was sollst Du nun essen?

Die oben vorgestellten Forschungen zeigen keine magische Ernährungsform auf, die man zur Immunstärkung befolgen sollte, sondern unterstreicht wieder einmal die etablierten Ernährungsregeln, die wir alle zu Herzen nehmen sollten. Die Grundlage einer gesunden Ernährung ist ein hoher Verzehr diverser Obst- und Gemüsesorten (mindestens 5 Portionen am Tag, besser mehr) sowie anderer vollwertiger pflanzlicher Lebensmittel wie Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. [6] Diese sollten so oft wie möglich verzehrt werden. Neben vielen anderen positiven gesundheitlichen Effekten, stärken wir so auch deutlich unser Immunsystem.